Heute Morgen fing so an:

Bei meinem schnellen Frühstück am Hafen habe ich direkt ein kleines Highlight angetroffen.

Wer nicht die klassische Wessi-Kindheit mit Nordseeurlauben hatte, den kläre ich hier einmal auf: Dieses Ding nennt sich Kugelbake und steht (in einer Nummer größer) in Cuxhaven. Weil Cuxhaven kulturell sonst nicht so viel zu bieten hat, sind die da sehr stolz drauf. Und jetzt treffe ich die Kugelbake in meinem Island-Urlaub wieder, weil Hafnarfjörður die Partnerstadt von Cuxhaven ist. Sorry, aber ich weiß, wen von beiden ich lieber mag.
Anyways. So ging es weiter:




Leider muss ich euch berichten, dass die Sky Lagoon jeden Cent wert ist. Ich bin noch nie so bis in die Fingerspitzen durchblutet gewesen wie nach dieser Achterbahn aus warmem Wasser, Eisbad und Sauna. Außerdem konnte man grandios gut Leute beobachten. Ich habe zwar leider kein Bikinifoto für euch, aber dafür bin ich jetzt bei bestimmt zehn Influencern (und solchen, die es noch werden wollen) im Bildhintergrund zu sehen.
Gleichzeitig etwas schläfrig und energiegeladen (ist das diese Entspannung, von der sie immer sprechen?) ging es eine knappe Stunde lang mit dem Auto ins isländische Inland. Dort, an Islands größtem See (84 Quadratkilometer), liegt der Nationalpark Þingvellir (gesprochen „Thingvellir“). Die Felsformationen des Parks sind beim Aufeinandertreffen der nordamerikanischen und der eurasischen tektonischen Platte entstanden – kleines Schmankerl für die Hobby-Geologen unter euch.



Bei Sonnenschein und knackigen Minusgraden bin ich da ein bisschen rumgestapft und habe unter anderem einen Wasserfall und das Sommerhaus des Premierministers gesehen. Außerdem viele Leute in unpassendem Schuhwerk. So, so viele Sneaker auf Wegen, die quasi nur aus Eis bestanden.


Das Sommerhaus habe ich anscheinend nur mit meiner Kamera und nicht mit dem Handy fotografiert. Also bekommt ihr das Sommerhaus… später.
Soweit die Programmpunkte für heute. Zurück am Airbnb habe ich im Sinne der 20.000 Schritte noch beschlossen, zu einem der höchsten Punkte in Hafnarfjörður zu laufen, um den Sonnenuntergang mitzunehmen. Und danach sollte der Tag eigentlich nach Abendessen und Schlaf enden, weil ich morgen früh aufstehen muss.

Stattdessen hat mir der Zufall (falls es doch Gott war, Grüße gehen raus!) eine ältere Frau über den Weg geschickt, die ganz andächtig in den Himmel starrte. Und mich fragte, ob ich die Polarlichter auch schon gesehen habe. Hatte ich nicht. Hätte ich ohne sie wahrscheinlich auch nicht. Also nochmal rein ins Auto und raus aus der Lichtverschmutzung.

Ich hatte mir vorher absichtlich keine Hoffnung auf Polarlichter gemacht, um trotz vieler Erlebnisse nicht enttäuscht von dieser Reise zurückzukommen. Aber irgendwie belügt man sich mit sowas ja auch ein bisschen selbst. Umso glücklicher bin ich jetzt.

Bis morgen, meine Lieben. Dann aber auch wirklich mal in Reykjavík.

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