Island Tag 3: See bear NOW

Heute wurde mal so richtig ausgeschlafen. Also, ich war schon um 7 Uhr wach, habe aber noch ein bisschen im Bett rumgelegen. Weil das Wetter dann viel, viel besser war als angesagt, ging es für einen Morgenspaziergang runter zum Wasser. Nachdem ich mich im Supermarkt mit Skyr eingedeckt hatte, habe ich in einem Café gefrühstückt, wo die Besitzer mich für eine Irin gehalten haben. Ganz viel Liebe geht raus an die beiden.

Auf Empfehlung meiner Tante hin stand heute das Perlan-Museum auf dem Plan. Als Tante und Onkel vor Jahren hier waren, soll dieses Museum wohl noch ein Geheimtipp gewesen sein. Mittlerweile wird es überall als größtes, bestes und coolstes Museum Islands beworben. Und das lassen die sich auch gut bezahlen. 

Obwohl ich beim Eintritt kurz schlucken musste, kann ich auch hier sagen: Man bekommt viel geboten für sein Geld. Die 360-Grad-Aussichtsplattform über Reykjavík ist da nichtmal das Beste dran. Ich glaube, neben den sehr gut gemachten Ausstellungen (weder zu kindisch noch zu abgehoben) hat mir der Kurzfilm über den Fagradalsfjall-Vukanausbruch 2021 am besten gefallen. 

Beim Fagradalsfjall gab es zwei Besonderheiten: Die Lava ist sehr langsam geflossen und es gab wenig Luftverschmutzung, weshalb man bis auf wenige Meter an den Vulkan herangehen konnte. Manche Leute sollen sogar Kochversuche auf der Lava gestartet haben. Der Film war auf jeden Fall sehr faszinierend und wunderschön anzusehen. Super fand ich auch das britische Kleinkind, das vor dem Kinosaal einen ausgestopften Eisbären entdeckt und jetzt den absoluten Laserfokus hatte. „See bear NOW!“, hat sie unter Tränen immer wieder von ihren Eltern gefordert. Kann ich irgendwie nachvollziehen.

Um diesen Genossen ging es

Weitere bits und bobs aus dem Museum findet ihr hier:

  • Wegen der verschiedenen tektonischen Platten dehnt sich Island jedes Jahr um circa zwei Zentimeter aus. Weil die Küste aber in gleichem Maße erodiert, merkt man davon quasi nichts. 
  • Ungefähr ein Drittel von Islands Strom wird durch Geothermie erzeugt (vielleicht ist das nur im Kontext meines Jobs cool, idk).
  • Hafnarfjörður (mein Hafnarfjörður!) war die erste isländische Stadt, die mit Strom versorgt wurde. 
  • Von 1958 bis 1976 steckten das Vereinigte Königreich und Island in den „Cod Wars“ (wobei ich ja finde, dass „Kabeljau-Kriege“ noch viel besser klingt). Die isländische Küstenwache hat die Netze von britischen Fischern durchgeschnitten, weil die in isländischem Gebiet gefischt haben, und als Antwort wurde sofort das Militär hingeschickt. Jedes Mal. Bis die NATO irgendwann eingreifen und schlichten musste.
  • Das Perlan-Museum hat eine Eishöhle, die permanent auf – 15 Grad gekühlt werden muss. Da hätte ich (unironisch) gerne mal die Kältemaschinen gesehen.

Bilder habe ich natürlich auch noch:

Eine Übersicht von Islands Vulkanen
So könnten die Küstenlinien aussehen, wenn alle Gletscher auf einmal schmelzen würden
Sag mir ohne Worte, dass du noch nie ein Walross gesehen hast, aber schon viele Wildschweine
Stell dir vor, es ist Lava, aber keiner geht hin

Der Hügel, auf dem das Museum liegt, hat außerdem einen hübschen Nadelwald mit Ruinen von Weltkriegsbunkern, also war ich noch ein bisschen wandern.

Nice try, da bekommt ihr mich nicht rein
Hab noch was dagelassen 🙂
I ❤️ Mecklenburg-Vorpommern

Das war es also, dieses Island. Mein Flug morgen früh geht um 7:40 Uhr, also könnt ihr euch ungefähr selbst ausrechnen, wie früh ich aufstehen werde. Mitleidsbekundungen nehme ich gerne entgegen.

Jetzt freue ich mich erstmal auf Zuhause. Auf euch. Und darauf, irgendwann mal auf diese zauberhafte, zauberhafte Insel zurückzukehren.

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